Historisch-Philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas

Laura Carrara
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2019-01-01

Im 6. Jh. n. Chr. verfasste Johannes Malalas eine Weltchronik – eine Darstellung der Geschichte von Adam bis in seine eigene Zeit. Über den Autor selbst, der außerhalb seiner Chronik so gut wie keine Spuren hinterlassen hat, wissen wir nicht viel. In der heute erhaltenen Fassung reichte die Chronik wahrscheinlich bis zum Tod des Kaisers Justinian (565 n. Chr.), aber aufgrund des Ausfalls einiger Blätter in der Handschrift bricht der uns bekannte Text bereits zwei Jahre vorher ab. Die Weltchronik des Malalas besitzt herausragende Bedeutung für die mittelalterliche Geschichtsschreibung: Nachfolgende byzantinische Chronisten haben sich nicht nur an ihrem Aufbau orientiert, sondern auch vielfach Teile des Textes übernommen und weiter ausgearbeitet, so dass Malalas’ Werk einen Grundpfeiler der byzantinischen Historiographie darstellt. Die Chronik, die in ihren ersten Büchern biblische Geschichte bietet, welche in die historische und mythologische Überlieferungen der Antike hineingewoben sind, behandelt darüber hinaus – nach der römischen Königszeit, der Geschichte Alexanders und seiner Nachfolger und der Herrschaft des Augustus – in zunehmender Ausführlichkeit die römische Kaiserzeit mit einem Schwerpunkt auf jenen Jahrzehnten, die der Autor selbst erlebt hat, d.h. den Regierungszeiten der Kaiser Zeno (474-491), Anastasios (491–518), Justin I. (518–527) und Justinian (527–565). Gerade für das 6. Jh. stellt dieses Geschichtswerk damit ein grundlegendes Quellendokument dar, aber auch für die älteren Epochen bietet es wichtige Informationen. Das Werk konnte von der Forschung bisher noch nicht hinreichend erschlossen werden. Aufgabe der Forschungsstelle ist es, diese Lücke zu schließen. Im Zentrum des Vorhabens steht die Erarbeitung eines umfassenden philologisch-historischen Kommentars zur Chronik; gleichzeitig soll der Text durch spezielle Einzeluntersuchungen analysiert, verortet und einem besseren Verständnis zugeführt werden. Das Projekt dient damit auch dem Zweck, unsere Kenntnisse der spätantiken bzw. frühbyzantinischen Historiographie maßgeblich zu erweitern.
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Utilizza questo identificativo per citare o creare un link a questo documento: https://hdl.handle.net/11568/1031009
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